Die Bengalkatze
Die Bengalkatze (früher auch Leopardette genannt) ist die Kreuzung einer Wildkatze, der asiatischen Bengalkatze, mit einer kurzhaarigen Hauskatze. Damit gehört die Bengalkatze bis zur 5. Generation zu den sogenannten Hybridenkatzen. Weitere Generationen sind dann so weit von der Wildform entfernt, dass die Bengalkatze den Status einer Rassekatze hat.
Bitte lassen Sie sich durch die Medien bezüglich dem Thema "Qualzucht" nicht verunsichern. Der Tierschutz hat für die Stadt Brüssel (wohlgemerkt die Stadt) ein Zuchtverbot für Faltohrkatzen, Hybridkatzen und Nacktkatzen durchgesetzt. Leider wurde dann mit wenig Verstand und Wissen gearbeitet. Bei der asiatischen Leopardenkatze handelt es sich um eine Wildkatze, die die gleiche Größe und den Körperbau sowie Tragezeit wie eine Hauskatze hat. Ab der 5. Generation ist nur noch ein verschwindender Bruchteil der Genetik bei der Bengalkatze von der Wildkatze.
Es war die Genetikerin Jean Mill, die 1963 eine weibliche asiatische Leopardkatze mit einem schwarzen Hauskater verpaarte. Ihr Ziel war es, die getupfte Fellzeichnung und den geschmeidigen Körperbau der Wildkatze mit den Charaktereigenschaften der Hauskatze zu verbinden.
Aussehen
Übersetzung des TICA Standards für Bengalkatzen
KOPF:
Form: breiter modifizierter Keil mit gerundeten Konturen. Länger als breit. Etwas schmal im Verhältnis zum Körper aber nicht extrem. Der Schädel macht hinter den Ohren eine sanfte Kurve mit fliessendem Übergang zum Nacken. Katerbacken bei erwachsenen Katern sind erlaubt. Der Gesamteindruck des Kopfes soll sich so deutlich wie möglich von domestizierten Katzen unterscheiden.
Ohren: Mittel bis klein, relativ kurz, mit breiter Basis und oben gerundet. Eben so sehr seitlich wie oben am Kopf gesetzt, in der Vorderansicht der Kontur des Gesichts folgend und im Profil gesehen leicht nach vorne geneigt. Leichte horizontale Ohrinnenbehaarung ist akzeptabel. Luchsbüschel sind unerwünscht.
Augen: oval, beinahe rund. Groß aber nicht vorstehend. Weit auseinander gesetzt und leicht schräg gestellt Richtung Ohrbasis. Die Augenfarbe ist unabhängig von der Fellfarbe, ausgenommen bei lynx points. Je mehr Tiefe und Farbintensität desto besser.
Kinn: starkes Kinn, im Profil in Linie mit der Nasenspitze.
Schnauze: Voll und breit, mit großen prominenten Schnurrhaarkissen und hohen ausgeprägten Wangenknochen. Leichter muzzle break bei den Schnurrhaarkissen.
Nase: Groß und breit. Leicht gepolsterter Nasenspiegel.
Profil: Die Kurve von der Stirn sollte ohne Unterbrechung in den Nasenrücken übergehen. Der Nasenrücken ist über die Augenlinie hinaus erkennbar; die Linie von der Nasenwurzel zur Nasenspitze ist beinahe gerade, macht eine ganz leichte konkave Kurve.
Nacken: lang, massiv, muskulös im Verhältnis zu Kopf und Körper.
KÖRPER:
Rumpf: Lang und mit Substanz, nicht orientalisch oder foreign. Mittel bis groß (allerdings nicht ganz so groß wie die größten domestizierten Rassen).
Beine: mittellang, Hinterbeine etwas länger als Vorderbeine.
Pfoten: groß, rund, mit auffälligen Knöcheln.
Schwanz: mittellang, dick, verlaufend zu einem runden Ende.
Knochenbau: Kräftig, stämmig, niemals zierlich.
Muskulatur: Sehr muskulös, besonders die Kater, eines der deutlichsten Merkmale.
FELL/FARBE/MUSTER:
Länge : Kurz bis mittel. Etwas längeres Fell bei Kitten ist erlaubt.
Textur: Dicht und luxuriös, eng anliegend, ungewöhnlich weich und seidig anzufühlen.
Muster: Spotted oder marbled.
Spotted: Die Tupfen sollen unregelmäßig oder horizontal angeordnet sein. Tupfen, die zwei deutlich unterschiedliche Farben oder Farbtöne zeigen in Form eines Pfotenabdrucks, einer Pfeilspitze, ringförmig oder gruppierte Tupfen sind gegenüber einfachen einfarbigen Tupfen zu bevorzugen. Der Kontrast zur Basisfarbe muss extrem sein, klares Muster mit scharfen Kanten. Starke dicke Kinnstreifen und Maskara-Zeichnung erwünscht. Fast weiße Unterseite und Bauch erwünscht. Dicke horizontale Zeichnung an den Schultern, getupfte Beine, Schwanz mit Tupfen oder Rosetten ist erwünscht. Der Bauch muss getupft sein.
Marbled: Siehe TICA Uniform Color Description (74.1.1.2.1).
Farben: Brown Tabby: Alle Variationen von Brown tabby sind erlaubt. Zeichnung in verschiedenen Schattierungen von schwarz und braun. Helle Brillen umrahmen die Augen. Beinahe weiße Basisfarbe an Kinn und Schnurrhaarkissen, Brust, Bauch und Innenseite der Beine ist erwünscht. Seal Sepia Tabby, Seal Mink Tabby und Seal Lynx Point Tabby: Muster in verschiedenen Schattierungen von braun. Es sollte möglichst wenig Unterschied zwischen Körperfarbe (Muster) und Pointfarbe sein.
ALLGEMEINE BESCHREIBUNG:
Das Ziel des Bengal Zuchtprogramms ist eine domestizierte Katze zu kreieren, die alle physischen Merkmale einer kleinen Wald bewohnenden Wildkatze und das freundliche, vertrauensvolle Wesen einer domestizierten Katze hat. Mit diesem Ziel im Hinterkopf sollen Richter die Merkmale, die die Bengal von anderen domestizierten Katzen deutlich unterscheiden, besonders belohnen. Bengalen sind athletische, aufmerksame Katzen. Eine freundliche, neugierige, selbstbewusste Katze mit Stärke, Agilität, Ausgewogenheit und Grazie. Sie ist eine mittelgroße bis große Katze, die eine sehr kräftige Muskulatur und massive Statur zeigt. Die breite Nase, auffälligen Schnurrhaarkissen und große, ovale, beinahe runde Augen in einem etwas kleinen Kopf verstärken den nachtaktiven wilden Eindruck. Das beinahe gerade, leicht konkave Profil und relativ kleine Ohren mit breiter Basis und gerundeten Spitzen tragen zum einzigartigen Erscheinungsbild der Bengal bei. Das kurze, dichte Fell ist ungewöhnlich weich und seidig. Das Fell kann Glitter haben oder nicht, keine Version wird bevorzugt. Ein dicker, tief angesetzter mittellanger Schwanz gibt der Katze Ausgewogenheit.
Fellfarben
Black (Brown) Tabby
Seal Lynx Tabby
Seal Sepia Tabby
Seal Mink Tabby
Silber
sowie die obigen Farben als Solid oder charcoal,
und zuletzt natürlich Melanistic (schwarzer Bengal)
.
Wesen
Die Bengal ist eine äußert aktive Rassekatze. Bis ins hohe Alter bleibt sie sehr verspielt. Ihre Intelligenz sollte man nicht unterschätzen. Türen öffnen, Apportieren, Wasserhähne öffnen sind nur ein paar Sachen, mit denen die Bengalkatze Sie überraschen wird.
Bengalen sind sehr neugierig und anhänglich. Sie suchen ständig Kontakt zu ihrem Menschen. Manche vergleichen die Bengalkatze mit einem Hund, da sie immer ihrem Menschen nachläuft.
Als Erbe ihrer wilden Vorfahren besitzen die Bengalen eine enorme Sprungkraft und eine Affinität zu Wasser. Immer wieder hört man, dass die Katze mit einem badet oder in der Dusche ist.
Bengalen benötigen durch ihr aktives Wesen viel Möglichkeit sich auszupowern. Ihnen sollte ein grosser und stabiler Kratzbaum zur Verfügung gestellt werden. Catwalks, Kletterwand und Laufrad sind weitere Beschäftigungsmöglichkeiten. Der Fantasie sind diesbezüglich keine Grenzen zu setzen.
Eine artgerechte Haltung beinhaltet auch, dass Katzen nicht alleine gehalten werden sollen. Ich schreibe bewusst "Katzen", da dies sich nicht nur auf Bengalen bezieht, sondern auf alle Katzen.